Fachkräfteeinwanderungsgesetz

Ab März 2020 sollen Fachkräfte aus Drittstaaten leichter in Deutschland arbeiten dürfen. Im Einzelnen sieht das Fachkräfteinwanderungsgesetz vor, dass beruflich qualifizierte Fachkräfte in Deutschland arbeiten können, wenn sie einen Arbeitsplatz und ausreichend nachgewiesene Deutschkenntnisse vorweisen können.

Aufgrund des stabilen Arbeitsmarkt und dem Fachkräftemangel wird
die bisherige Beschränkung der Engpassberufe, sowie die sogenannte Vorrangprüfung bis auf weiteres aufgehoben. Damit muss nicht mehr vor jeder Einstellung einer Fachkraft aus einem Drittstaat festgestellt werden, ob ein inländischer oder europäischer Bewerber zur Verfügung steht.

Um die Stellenbesetzung für Unternehmen und Jobsuchende Kandidaten zu erleichtern, können Bewerber mit Berufsausbildung für sechs Monate ein Visum für den Aufenthalt zur Arbeitsplatzsuche erhalten. Voraussetzung dafür ist, dass die Fachkraft eine anerkannte Qualifikation vorweist, und nachweislich seinen Lebensunterhalt in dieser Zeit selbst bestreiten kann. Deutsche Unternehmen können auf dem internationalen Info Portal JOBS-in-GERMANY.net mit einer Ausschreibung nach ausländischen Fachkräften suchen.

Fachkraefteeinwanderungsgesetz und die Voraussetzungen

  • die Fachkraft muss eine anerkannte Qualifikation vorweisen
  • Ein Arbeitsvertrag für eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung über mind. 35 Wochenarbeitsstunden
  • Volle Lebensunterhaltssicherung durch die eigene Arbeit
  • gute Deutschkenntnisse im Sprach-Niveau-B1

Desweiteren müssen Kandidaten ihren Lebensunterhalt in dieser Zeit selbst bestreiten und gute Deutschkenntnisse besitzen. Der Bezug von Sozialleistungen in dieser Zeit ist ausgeschlossen!

Zu den wichtigsten Neuerungen gehören

  • ein einheitlicher Fachkräftebegriff, der Hochschulabsolventen und Beschäftigte mit qualifizierter Berufsausbildung umfasst
  • der Verzicht auf eine Vorrangprüfung bei anerkannter Qualifikation und Arbeitsvertrag
  • der Wegfall der Begrenzung auf Mangelberufe bei qualifizierter Berufsausbildung
  • die Möglichkeit für Fachkräfte mit qualifizierter Berufsausbildung entsprechend der bestehenden Regelung für Hochschulabsolventen für eine befristete Zeit zur Arbeitsplatzsuche nach Deutschland zu kommen
    (Voraussetzung: deutsche Sprachkenntnisse und Lebensunterhaltssicherung),
  • bei Vorliegen eines geprüften ausländischen Abschlusses verbesserte Möglichkeiten zum Aufenthalt für Qualifizierungsmaßnahmen im Inland mit dem Ziel der Anerkennung von beruflichen Qualifikationen
  • Verfahrensvereinfachungen durch eine Bündelung der Zuständigkeiten bei zentralen Ausländerbehörden und beschleunigte Verfahren für Fachkräfte.
  • Wer unter 25 ist, kann auch zur Suche eines Ausbildungs,- oder Studienplatzes für sechs oder neun Monate ein Visum beantragen.

Um Verwaltungsverfahren effizient und serviceorientiert zu gestalten, werden die Zuständigkeiten in den Ländern für die Einreise zur Erwerbsmigration bei zentralen Ausländerbehörden gebündelt.

Das Gesetz wird zum 01.03.2020 in Kraft treten. Für Akademiker / Hochschulabsolventen gilt bis dahin weiter die Blue Card EU Regelung. Fachkräfte mit anerkannter beruflichen Qualifikationen eines Mangelberufs, können bis dahin über die Beschäftigungsverordnung Ihre Anträge zur Arbeitsaufnahme in Deutschland stellen.

Anmerkung durch Blue-Card-Jobs.com
Das Gesetz ist ein richtiger Schritt zu einem guten Einwanderungsgesetz für qualifizierte Fachkräfte. Man muss aber auch realistisch sein. Mit den richtigerweise zu erfüllenden Voraussetzungen für ausländische Fachkräfte, wird es keine Massen an Bewerbern geben. Denn zum einen sprechen nur ca. 100 Mio. Menschen weltweit die deutsche Sprache. Zum anderen, die im Ausland erworbenen Qualifikation, kommt selten an die von der deutschen Wirtschaft geforderten Standards. Neben Sprachkursen und Fortbildungen muss es zentrale Anlaufstellen bzw. Ansprechpartner für Unternehmen geben. Ebenso muss die Wirtschaft selbst endlich bereit sein, sich an der Anwerbung zu beteiligen, um tatsächlich auch Fachkräfte für Deutschland rekrutieren zu können. Diesbezüglich ist noch einiges zu tun, um im In und Ausland die Anwerbung für Fachkräfte besser umsetzen zu können. sagt Christian Wisniewski (Blue-Card-Jobs.com)

Kritik:
Kritik kam aus der Zeitarbeit. In der Fassung schließt es die Zeitarbeitsbranche bei der Anwerbung und Beschäftigung von Fachkräften aus Drittstaaten aus. Der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e. V. (BAP)  findet dazu. – „Das ist nicht nur diskriminierend, sondern angesichts von Fachkräftemangel und digitalem Wandel auch kurzsichtig. Die Erfahrung und Expertise der Personaldienstleister könnten kleinen und mittelständischen Unternehmen helfen, geeignete Fachkräfte außerhalb der EU zu rekrutieren. Zusätzlich könnten die Zeitarbeitsunternehmen den beim digitalen Wandel dringend benötigten IT-Fachkräften aus Drittstaaten, die jedoch des Öfteren im Projektbereich nur für kürzere Zeit gebraucht werden, eine langfristige Beschäftigungsperspektive in Deutschland bieten. Die Einwanderung von Fachkräften gesetzlich zu fördern und gleichzeitig jenen Wirtschaftszweig auszuschließen, der dafür bestens geeignet ist, ist paradox.“

Fazit: Durch das Einwanderungsgesetz, der mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vorabgestimmt ist, werden die Regelungen für den Aufenthalt und die Zuwanderung von Fachkräften aus Drittstaat – Nicht EU Staaten dem wirtschaftlichen Bedarf entsprechend geöffnet, vereinfacht und transparenter gestaltet.